Kein guter Wurf im Buenser Weg

Der zunehmende Autoverkehr vor den Schulen im Buenser Weg hatte in letzter Zeit vermehrt zu Beschwerden geführt. Auch die Buchholzer Liste hat immer wieder auf die zunehmende Problematik der Elterntaxis hingewiesen und vor fast vier Jahren einen Schulwettbewerb angeregt, der dann vor zwei Jahren mit beeindruckenden Ergebnissen stattgefunden hat. Siehe hier. Doch leider hat sich seitdem nachhaltig nichts verändert. Ganz im Gegenteil, die Autos sind eher mehr als weniger geworden. Viele Eltern sind immer noch um die Sicherheit ihrer Kinder besorgt. Die nun umgesetzte Lösung der Stadtverwaltung ist dennoch kein guter Wurf!

Die Stadtverwaltung hat in Abstimmung mit den Schulen und Elternvertretungen die Sommerferien genutzt, um für eine Verbesserung der verkehrlichen Situation zu sorgen. Die ursprünglich zur Verkehrsberuhigung gedachten Fahrbahnverengungen hätten sich nach Meinung der Stadtverwaltung in der Praxis nicht bewährt. Daher wurden diese nun teilweise zurückgebaut, um einen besseren Begegnungsverkehr mit anderen Autos und Radfahrern möglich zu machen. wird. So soll die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, aber insbesondere für die vielen Schulkinder erhöht werden.

Die nun umgesetzten Maßnahmen im Buenser Weg zeigen auf, wie mutlos und wenig kreativ unsere Stadtverwaltung verkehrliche Problemstellungen angeht. Es ist so, als ob man Übergewicht mit weiteren Hosen bekämpfen will.

Unseres Erachtens sollte es vielmehr Ziel sein, den Autoverkehr rund um Schulen (und nicht nur da) möglichst zu vermeiden, jedenfalls nicht noch weiter zu befördern. So sollte man vielmehr daran arbeiten, dass unsere Kinder wieder zu Fuß und mit dem Fahrrad zur Schule kommen. Der VCD verdeutlichte einmal sehr plakativ die Schizophrenie hinter dem Phänomen der Elterntaxis: „Eltern fahren ihre Kinder mit dem Auto zur Schule, damit diese nicht von Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, umgefahren werden!“

Tatsächlich aber machen gerade diese Elterntaxis die Straßen für Kinder unsicherer. Haltende Autos blockieren die Sicht und verstopfen die Straßen. Kinder, die ständig von Eltern gefahren werden, sind in späteren Jahren unsicherer im Straßenverkehr unterwegs, weil sie nie gelernt haben, sich im Straßenverkehr richtig zu verhalten. Wenn Kinder jedoch die Möglichkeit haben, selbstständig die Wege zu gehen oder mit dem Fahrrad zu fahren, können sie langfristig Sicherheit im Straßenverkehr gewinnen. Sie lernen dabei auch, Verantwortung für den Klimaschutz zu übernehmen, und bleiben nebenbei durch mehr Bewegung gesund und konzentrationsfähig.

Eine bundesweite Haushaltsbefragung zur Mobilität in Deutschland lieferte 2017 dazu erschreckende Erkenntnisse (MiD 2017):

  • 24 Kilometer legen Kinder bis neun Jahren im Durchschnitt pro Tag zurück, davon 19 Kilometer als Mitfahrer im Auto
  • 43 % der Kinder werden mit dem Auto zur Grundschule gefahren 

Die erfolgten Maßnahmen der Stadtverwaltung sind vor diesem Hintergrund kurzsichtig und geradezu verantwortungslos. Die Situation für Elterntaxis wird verbessert und gleichzeitig nichts zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs getan.

Warum hat man zum Beispiel nichts an dem Zustand des baulich und verkehrssicherungstechnisch miserablen Zustands des Geh- und Radwegs verbessert?

Sieht so ein guter und sicherer Fuß- und Radweg aus?

Die neue Pflasterung vor und hinter dem Zebrastreifen in Höhe der Heideschule lädt Elterntaxis geradezu dazu ein, hier mit zwei Rädern auf dem Gehweg zu halten, um Kinder aus- und einsteigen zulassen. Siehe Foto unten!

Haltestelle für Elterntaxis?

Nebenbei bemerkt: es mussten beim Rückbau der Fahrbahnverengungen rund zehn Bäume weichen. Auch das ist offenbar kein Problem. Hauptsache die Autos rollen durch die Stadt.

Und natürlich wurden die Mitglieder des Buchholzer Stadtrates nicht vorab einbezogen, sondern vor vollendete Tatsachen gestellt. So geht offenbar Stadtentwicklung heute.

Wir sind ob dieses Vorgehens und Dilettantismus fassungslos.

An dieser Stelle möchten wir auf eine tolle Aktion des VCDs hinweisen, die dieser seit einigen Jahren zusammen mit dem Kinderschutzbund durchführt: „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Was tut die Stadtverwaltung eigentlich, um die Teilnahme der städtischen Grundschulen an solchen Aktion zu befördern?

Und am Schulzentrum I spricht unseres Erachtens nicht wirklich etwas dagegen, die Durchfahrt für Autos temporär (z. B. montags bis freitags von 7 bis 9 Uhr und von 11-14 Uhr) zu untersagen. In diesen Zeiten dürfen den Buenser Weg zwischen „An Boerns Soll“ und „Schaftrift“ nur Linien- und Schulbusse sowie Radfahrer, Bedienstete an den Schulen und direkte Anwohner passieren.